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Tofino im Laufe der Zeit

Der kleine, seeseitige gelegene Ort Tofino liegt innerhalb des traditionellen Gebietes der Tla-o-qui-aht, der Nuu-chah-nulth Stamm, nach dem der Clayoquot Sound benannt ist. Der Hauptort der Tla-o-qui-aht, Opitsaht (mehrere tausend Jahre alt, hier wurden die ersten Europäer begrüßt) liegt geradewegs gegenüber dem Hafen von Tofino. Heute leben ungefähr 150 Tla-o-qui-aht dort.

Der orginale Nuu-chah-nulth Name für den Platz, den Tofino heute beansprucht ist “Naachaks“ übersetzt “Ausblick.” Der große Felsen nahe der First Street war der Ort, wo nach eindringenden Stämmen oder Besuchern Ausschau gehalten wurde.

Die erste weiße Ansiedlung war nicht Tofino selbst, sondern eher gegenüber auf Clayoquot (oder Stubbs) Island – die Landspitze, die man von den Tofino Docks aus sieht. Ein Handelsposten namens Clayoquot wurde 1855 auf der Insel eingerichtet. Diese kleine Niederlassung wurde allmählich zum Hauptzentrum für die hunderte von Leuten die hier lebten und weit draußen in der Wildnis arbeiteten: Holzfäller, Sägemühlenarbeiter, Bergleute, Fischer und Bauarbeiter. Das Hotel in Clayoquot erhielt übrigens als erstes in British Columbia eine Ausschankgenehmigung für Alkohol

Um 1900 rodeten zahlreiche Familien Teile des Regenwaldes um ihr Glück als Landwirt zu versuchen aber viele dieser Familien hatten damit keinen Erfolg. Ihre alten, aufgegebenen Gehöfte bildeten die Basis, was man heute als privates Land bezeichnet.

Um 1912 war die Einwohnerzahl von Clayoquot Island für das schmale Land zu groß geworden. Das Gehöft auf der angrenzenden Halbinsel wurde von John Grice gekauft und das Gebiet der neuen Ortschaft Tofino wurde abgesteckt. Hauptstraße war ein schlammiger Weg entlang des Wassers und das was heute die Haupteingangsstraße von Tofino (Campbell Street)ist, war damals noch undurchdringlicher Regenwald. Ein Jahr später wurde die kleine St. Columba Church (mit Hilfe einer Stiftung einer englischen Familie) an der Ecke Third und Main gebaut, wo sie auch heute noch steht.

Wie in Ucluelet, kamen in den zwanziger Jahren japanische Fischer hierher und wurden schnell ein wichtiger Teil der Gemeinschaft. Sie wurden aber während des 2. Weltkriegs von der Bundesregierung landeinwärts in Internierungslager gebracht. Die Stadt entwickelte sich bis zu den fünfziger Jahren als kleine, nur per Boot erreichbare Gemeinschaft, überlebte hauptsächlich durch den Erlös aus Fischerei und Holzfällerei. Sie lebte wieder auf, als 1959 die Straße nach Port Alberni fertig gestellt wurde.

Die neue Straße brachte auch eine neue Art von Bewohnern: Hippies und Wehrdienstverweigerer die in den Sechzigern und Siebzigern nach Westen zogen, viele von ihnen leben als Hausbesetzer an den Stränden. Die liberale Sicht, für die Tofino bekannt ist, läßt die Spuren dieser Besiedlungswelle verfolgbar. Manche von ihnen sind heute noch hier zu finden.

Proteste von Umweltschützern während der 80er und ’90er etablierten eine Tourismusindustrie auf einer strengen Basis von ökologischen Werten und Bewusstsein für die Umwelt. Clayoquot Sound wurde 2000 zum UNESCO Welt-Biosphärenreservat erklärt. Heute ist der kleine Ort mit ca. 1.800 ständigen Einwohnern, der jährlich über 1 Million Touristen willkommen heißt, bekannt als die Einfahrt zum Clayoquot Sound.

Originalartikel von Jacqueline Windh.
Übersetzt von Burkhard Schäfer.
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